Nordspanien – Wohnen im Würfel ← 13. Februar 2015

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Das Designhotel Aire de Bardenas in Nordspanien am Rande des Naturschutzgebiets Bardenas erinnert an eine Bauwagensiedlung inmitten der Wüste

Die Kuben des Hotel de Aire wirken wie futuristische Baucontainer 3„Der Luxus liegt in der Einfachheit“, beschreibt Natalia Perez, 44, die Vorzüge ihres Hotels. Das ist ziemlich beschönigend formuliert, denn wer zum ersten Mal vor dem Aire de Bardenas stoppt, denkt an eine willkürlich aufgestellte Baucontainersiedlung, die von einer zwei Meter hohen Mauer aus abgenutzten Holzkisten begrenzt wird. Jeder andere Hotelier wäre bei diesem Vergleich beleidigt, nicht so Perez: „Das stimmt. Die einzelnen Gebäude sollen an die Lagerhallen erinnern, wie sie hier in der Region überall stehen und von der Landwirtschaft genutzt werden.“ Artischocken, Spargel, Salat, Oliven, Wein – all das wächst rundum Tudela, einem netten nordspanischen Städtchen mit 30000 Einwohnern, und verhalf der Region zu Wohlstand.

Der Luxus des Hotels, welches 2007 seine Pforten eröffnete, erschließt sich denn auch erst auf den zweiten Blick. Die Die Kuben des Hotel de Aire wirken wie futuristische Baucontainer 1Wohnwürfel, die wie ihre Vorbilder aus der Landwirtschaft aus Eisen gebaut sind, beherbergen jeweils ein oder zwei klimatisierte schicke Doppelzimmer. Die zwölf Kuben liegen zwar wie aus dem Becher gewürfelt verstreut inmitten des erdfarbenen Nichts, doch das ist Absicht, denn nur so verfügen neun der insgesamt 22 Zimmer über einen fantastischen Blick. In diesen Zimmern mit Aussicht gibt es eine ein Meter tiefe Wandnische, deren Panoramafenster nicht nur einen großzügigen Blick in die Weite der Bardenas Reales zulassen, sondern gleichzeitig auch als Kuschelecke dienen. Schön ist das frühe Morgenlicht, spektakulär ist der Sonnenuntergang, der die ockerbraune Landschaft in warme Rottöne taucht.

Bardenas Reales in Navarra - auch in dieser Landschaft wächst  GemüseDie Bardenas Reales sind ein Naturschutzgebiet von 415 Quadratkilometern, bei dem durch Erosion eine einzigartige Wüstenlandschaft mit teils spektakulären Felsformationen entstand. Seit 2000 sind sie Unesco-Biosphärenreservat und beliebte Filmkulisse, u.a. für den James Bond „Die Welt ist nicht genug“ und Ridley Scotts neuen Film „The Counselor“. Daher haben auch Penélope Cruz, Javier Bardem, Michael Fassbender und natürlich Ridley Scott vergangenen September im Aire de Bardenas übernachtet. Für Normalsterbliche lässt sich die Landschaft am besten vom Hotel aus mit einer geführten Tour in einem geländetauglichen Auto oder per Segway besichtigen. Hartgesottene erkunden das Gebiet per Mountainbike. Wer auf eigene Faust die Bardenas Reales erkunden möchte, sollte bedenken, dass es in dieser fast baumlosen Landschaft schnell zu Temperaturen von 50 Grad und mehr kommt.

Zurückkehrt ins Hotel bemerkt man erst, wie harmonisch sich die Würfel in die Landschaft einfügen: Sie verschwinden förmlich, da die Außenwände durch die Reflektion des Sonnenlichts die warmen Erdtöne der Umgebung annehmen. Die lange Wand aus den braunen Holzkisten verleiht den eher futuristischen Gebäuden dagegen einen Hauch Westernromantik. „Wir hatten vor dem Hotelbau die Qual der Wahl, wir wussten nur: Wir wollen hier etwas komplett anderes machen, etwas, was zu der Umgebung passt“, sagt Perez heute. Das ist ihr gelungen.

Allgemeine Informationen www.turismo.navarra.es

Anreise: Flug von Hamburg nach Pamplona mit Vueling (1 Stopp), von Frankfurt nach Bilbao mit Lufthansa direkt, dafür aber längere Fahrt nach Tudela. Sehr nah an Tudela liegt der Flughafen von Zaragoza, leider gibt es aber aus Deutschland nur sehr wenige Flüge dorthin. Ein Mietwagen empfiehlt sich um die gesamte Region Navarra zu erkunden.

Übernachten: DZ/F im Hauptgebäude ca. 210 Euro, Kubus mit Panoramafenster etwa 275 Euro (empfehlenswert!), www.hotelaire.com

Ausflüge: Mit Segway vier Stunden zu den schönsten Aussichtspunkten der Bardenas Reales 85 Euro pro Person www.nataven.es, mit dem Jeep vier Stunden 40 Euro pro Person www.turismobardenas.com, Führungen auf Englisch.

Ideale Reisezeit: September bis Juni, im Hochsommer sehr heiß

Der Beitrag entstand mit Unterstützung (Pressereise) von Tourismus Navarra

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