Genf: Die Bains de Paquis sind Strandbad, Café und Konzertlocation ← 30. Juli 2014

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Der beste Ort im sommerlichen Genf sind die Bains de Paquis. Das Strandbad kostet läppische zwei Franken Eintritt. Dafür wandert man dann auf einem Steg zu den verschiedenen Badehäusern und dem Café und sucht sich ein gemütliches Plätzchen – entweder auf den Holzstegen oder direkt am Seestrand. In den Bains de Paquis trifft sich vorwiegend die Genfer Bevölkerung – und zwar alte, junge, Familien, Leute nach der Arbeit, eben alle quer Beet. Das Tolle: Es liegt mitten in Genfs Innenstadt, nur wenige Meter vom mondänen Fünf-Sterne-Hotel Beau Rivage entfernt. Es gibt auch ein eigenes Frauenbad, in dem oben-ohne gebadet werden kann.

Genf 3 2014 014Blick vom einen Wahrzeichen Genfs auf das andere: in den Bains des Paquis hat man einen Logenplatz für die Sicht auf den Jet d’eau

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Das Bains de Paquis steht auch für die Stadtgeschichte Genfs. Seit 1872 existiert das Bad, ursprünglich stand es allerdings nur auf Holzstelzen. 1890 wurden die Bains de Paquis zum öffentlichen Bad. Um Promiskuität zu vermeiden, erhielten Frauen zu bestimmten Zeiten freien Eintritt (ob das die Männer davon abhielt ins Bad zu gehen, steht leider nirgends). 60 Jahre nach Entstehung dieses damals bereits beliebten Treffpunkts, also 1932, entschied man sich das Bad von Grund auf neu aufzubauen, mit Betonpfeilern, die heute noch stehen.

Dass dies so ist, verdanken die Genfer in erster Linie sich selbst. In 1980er Jahren wollte die Stadt Genf das Bad in seiner damaligen Form abreißen. Viele Bains-de-Paquis-Besucher wollten das aber nicht und formulierten ihren Protest in der Gründung eines Vereins, der Association d’Usagers des Bains des Paquis (AUBP). Und wie in der Schweiz so üblich, fand tatsächlich ein Referendum (=Volksentscheid) statt, ob das Bad abgerissen und neu aufgebaut werden soll oder, wie es die Initianten der AUBP wollten, das bestehende Bad erhalten und renoviert würde. Das Ergebnis: 17000 Genfer und damit 72 Prozent der Stimmberechtigten stimmten gegen den Abriss und damit für den Erhalt des Bains de Paquis.

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Heute bieten die Bains de Paquis nicht nur ein schönes Bad mit Retro-Romantik, es finden dort frühmorgens Konzerte statt, die keinen Eintritt kosten. Und zwar richtig früh morgens: Zwischen 6 und 7 Uhr. Desweiteren kann man sich im Bains de Paquis auch massieren lassen oder einmal jährlich an einem Wettschwimmen rund um den Leuchtturm teilnehmen. Und last but not least kann man dort einfach gemütlich mit einem tollen Ausblick auf den Jet d’eau und die Waadtländischen Alpen günstig und gut essen. Die Preise für ein Essen liegen bei umgerechnet etwa 10 Euro.

Genf 3 2014 026Genf 3 2014 034Genf 3 2014 028Übrigens: Die Bains de Paquis haben nicht nur im Sommer geöffnet, sondern auch im Winter. Alle wichtigen Infos dazu findet ihr hier.

 

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