Winterwellness ← 14. Januar 2014

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Wohnen in der Stadt und doch den Strand vor der Haustür – Winterurlaub an der dänischen Nordseeküste

Wenn der graue Himmel über Hamburg Anfang Januar gar nicht mehr aufreißen will, ist es Zeit, an die dänische Nordseeküste zu fahren. Dort bläst der frische Wind die Wolken auseinander, hinterlässt einen angenehm salzigen Geschmack auf den Lippen, bietet Gesichtspeeling pur und macht den Kopf wieder klar.

Wenn all die Silvester-Stadtflüchtlinge wieder zurückgekehrt sind in ihre Wohnungen, ist es einsam in den weitläufigen Ferienhaussiedlungen am Ringkøbing Fjord. Eine Alternative gegen zu viel Stille sind seit einiger Zeit moderne Ferienwohnungen mitten in der Stadt. Groß wie Ferienhäuser, oft mit Kamin, im typisch dänischen Design eingerichtet. Nun ist Hvide Sande keine Metropole, eher ein großes Dorf. Aber mit Fischereihafen und Restaurants, mit kleinen Boutiquen und einem Museum durchaus urban und abwechslungsreich.

Für die Stadt, die wie eingeklemmt zwischen Nordsee und Ringkøbing Fjord liegt, ist das Meer Lebensgrundlage seit alters her. Noch immer sind es die Fischkutter, die das Bild am 1931 angelegten Hafen bestimmen. Manche Nacht bringen die 130 eingetragenen Fischer 100 Tonnen Fisch an Land. Er wird noch in den frühen Morgenstunden in der Auktionshalle verkauft. Der größte Teil des Fisches wird von Fischimporteuren in Europa, etwa Holland, Deutschland und Spanien, erworben. Ein guter Teil landet aber auch in den örtlichen Restaurants und Fischläden – frischer und verlockender geht es kaum.

Wie die Fische in Nordsee und Fjord lebendig aussehen, zeigt das Museum Fiskeriets Hus. In zahlreichen Aquarien tummeln sich Knurrhahn, Kattfisch, Blaufelchen und Hummer. Hinzu kommt eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Stadt und der Fischerei mit begeh- und bespielbaren Booten, Dokumenten und Fotos. Highlight ist ein sogenanntes Havskib, ein Boot, von dem aus entlang des Strandes gefischt wurde.

Seit die Nordsee ein großer Bauplatz für Offshore-Windkraftanlagen ist, hat der Hafen in den vergangenen Jahren eine neue Aufgabe hinzugewonnen: Über Hvide Sande werden die Bauteile für die riesigen Windräder vor der dänischen Nordseeküste verschifft. Der Hafen wurde deshalb 2013 für 148 Millionen Kronen (rund 19,8 Millionen Euro) erweitert.

Nur wenige Schritte vom Hafen entfernt beginnt jedoch die eigentliche Attraktion der Stadt: die unendlich weite Dünenlandschaft. Kein Baum behindert den Blick auf und über das Meer. Hinter dem Horizont liegt England – eine Vorstellung von Weite und Ewigkeit breitet sich im Kopf aus. Das Licht im Winter reicht von milchig-trüb bis gleißend-hell. Und am allerschönsten ist es, wenn Schnee auf dem Strand liegt und der Fjord zugefroren ist. Wer braucht schon Bikini-Wetter?

 

 

 

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