Der Anti-Tipp: Zimmer 408 im Hotel Kreuz Bern ← 28. Oktober 2013

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Das ist nicht das Hotel Kreuz Bern, sondern das Bundeshaus

Das ist nicht das Hotel Kreuz Bern, sondern das Bundeshaus

Wer einmal eine schlaflose Nacht in der Hauptstadt der Schweiz verbringen möchte, kann sich entweder in das Berner Nachtleben stürzen – oder ein Zimmer zur Straße im Hotel Kreuz Bern in der Zeughausgasse buchen. Das Drei-Sterne-Haus mit 103 Zimmern liegt nur fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt in der Altstadt, viele Attraktionen wie das Bundeshaus, die Zytglogge, das Einstein-Haus und die Arkaden befinden sich in unmittelbarer Nähe. Das Kreuz mit dem Kreuz beginnt dann erst, wenn man sich abends zur Ruhe betten will: Jugendliche Kneipengänger unterhalten sich laut auf der Straße bis morgens vier Uhr. Das wäre an sich ja verzeihbar, wenn die Zimmerfenster nur annähernd Schallschutz böten. Tun sie aber nicht. In meiner Verzweiflung rief ich nachts um zwei den Portier an. Kurze Zeit später kehrte Ruhe ein – für kurze Zeit. Als sich dann die Kneipengänger fertig unterhalten hatten, kamen die Straßenreiniger….Eine kurze Umfrage am folgenden Morgen am Frühstückstisch bei anderen Reisenden ergab ein ähnliches Bild. Sicherheitshalber fragte ich dann nochmals bei der Rezeption nach, ob das normal sei. Antwort: Ach, das vergangene Nacht (es war eine Freitag- auf Samstagnacht im Oktober) sei noch gar nichts gewesen. Ich solle mal im Sommer hier schlafen, da sind ja noch mehr Leute auf der Straße und schließlich will man ja auch bei geöffnetem Fenster schlafen. Mit dieser Mischung aus Selbstverständlichkeit und mangelndem Unrechtbewusstsein hatte ich nun nicht gerechnet. Ein Hotelzimmer für 120 bis 200 CHF zum Nicht-schlafen-können? Na, danke. Dann doch lieber ins Berner Nachtleben stürzen oder derzeit im Alpinen Museum der Schweiz übernachten (ist nicht nur spannender, sondern auch günstiger). Oder halt außerhalb der Altstadt buchen.

Die Homepage von Schweiz Tourismus beschreibt das Hotel Kreuz Bern übrigens so: „Wer im Hotel Kreuz logiert, wohnt bequem mitten in der Stadt umgeben vom pulsierenden Leben einer Metropole.“ Bei Hotelschreibungen, die die Vokabeln „mitten in der Stadt“ und „pulsierend“ enthalten, werden künftig die Alarmglocken schrillen. Für mich unverständlich: Bei der Hotelausstattung preist ST „besonders ruhige Zimmer“ an. Andererseits stimmt das ja auch, wenn das nur auf 2 von 103 Zimmern zu trifft.

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