Curacao: Zuflucht für Juden und Zentrum des Sklavenhandels ← 2. April 2013

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Curaçao bietet wunderschöne Strände und Tauchplätze. Doch die Karibikinsel war in den vergangenen Jahrhunderten auch Zufluchtsort für europäische Juden und wurde zur neuen Heimat für Sklaven aus Westafrika.

Hafenfront in Willemstad

Etwa 30 Leute finden sich am Freitagabend in der Synagoge der jüdischen Gemeinde Mikvé Israel-Emanuel in Willemstad auf Curaçao ein. Alle Fenster sind offen, Ventilatoren summen von der 15 Meter hohen Decke. Der März bringt der Karibikinsel heiße Temperaturen um die 30 Grad Celsius. 45 Minuten gemeinsames Singen und Beten stehen bevor, Frauen und Männer sitzen auf den Bänken nebeneinander. Einige Männer tragen Krawatten, andere bevorzugen leichte Sommerkleidung, Kinder spielen vor der ersten Bank und unterhalten sich aufgeregt über das, was jetzt wohl kommt. Kantor Avery Tracht stimmt zum ersten Lied an. Eines der Mädchen wird später ihre Bath Mitzwa feiern, also ihre Religionsmündigkeit. Die Atmosphäre ist sommerlich entspannt, der Boden des 24 mal 18 Meter Gebäudes ist mit Sand bedeckt. „Während der Inquisition streuten unsere Vorfahren an ihren geheimen Gebetsorten Sand aus, damit man ihre Schritte nicht hörte“, erklärt Myrna C. Moreno den Brauch. Moreno ist Kuratorin des Jewish Cultural Historical Museum in Willemstad.

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