Strand, Künstler, Kitesurfer – viel Abwechslung auf Fischland-Darß-Zingst ← 29. Mai 2012

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Die Strände sind breit, die Brandung ist ein bisschen rauer als an anderen Küstenabschnitten, das Licht spielt in munteren Farben und der Blick kann schweifen, weit, weit: An der West- und Nordküste der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ist die Ostsee anders. Sie kommt als großes Meer daher. Bewegt man sich allerdings auf die andere Seite der laut Eigenwerbung „schönsten Halbinsel der Ostsee“, ändert sich ihr Charakter völlig. Wie ein großer Binnensee trennt der Bodden dort die dreiteilige Halbinsel vom Festland. In nicht allzu großer Ferne schauen die Kirchtürme von Saal und Fuhlendorf über die Baumwipfel. Die so genannte Darß-Zingster-Boddenkette ist 197 Quadratkilometer groß und durchschnittlich nur zwei Meter tief. Der Salzgehalt ist extrem niedrig, es gibt nur eine Stelle, an der sich Bodden- und Ostseewasser vermischen. Und noch eine Besonderheit weißt die Boddenkette auf: Bedingt durch den Wind gibt es Gebiete, die regelmäßig trocken fallen – vergleichbar mit den Gezeiten der Nordsee. Im Herbst ist der Nationalpark deshalb ein Dorado für Ornithologen. Die vorüberziehenden Kraniche nutzen das flache Wasser an den Windwatten zur Übernachtung. Zu regelrechten Höhenflügen hingegen schwingen sich die zahllosen Kitesurfer auf. Sie haben insbesondere den westlichen Teil der Boddenlandschaft, den so genannten Saaler Bodden, mit seinem flachen Wasser und den günstigen Winden zu einem Hotspot der Szene gemacht.

Am Strand von Zingst.

Ein Großteil der Halbinsel und des Boddens gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das Naturparkzentrum „Darßer Arche“ befindet sich in Wieck, einem ehemaligen Fischerdorf, dessen Charme noch immer von engen Sträßchen, reetgedeckten Häusern und einem kleinen Hafen bestimmt wird. Dort liegen auch einige der so genannten Zeesenboote vor Anker. Mit ihren markanten, rotbraunen Segeln gehören die einstigen Fischerboote noch immer zum typischen Boddenbild dazu. Heute werden in den Sommermonaten zahlreiche Regatten rings um die Halbinsel gefahren und Touristen auf kleine Törns mitgenommen.

Im Hafen von Wieck.

Holzboote im Wiecker Hafen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die hübsche Schwester von Wieck ist Ahrenshoop am Ostseestrand mit seiner berühmten Künstlerkolonie. Ende des 19. Jahrhunderts von Malern wie Paul Müller-Kaempff, Fritz Grebe und Thuro Balzer gegründet, zieht das einstige Fischerdörfchen mit seinen Reetdachhäuschen, der Steilküste und dem durchaus dramatischen Licht bis heute Maler und Bildhauer zu Arbeits- und Ferienaufenthalten an.

Gegründet 1909 als Begegnungsstätte für Künstler und Sammler, ist der Ahrenshooper Kunstkaten noch immer Zentrum des künstlerischen Lebens im Ort.

Neben der einzigartigen Natur und der lokalen Künstlerszene sind allerdings die Strände das, was an der Halbinsel reizt: In den Seebädern Dierhagen, Prerow und Zingst etwa sind sie breit, weiß – und weit.

Die Seebrücke in Zingst. alle Fotos: © Nadine Kraft

Wellenbrecher am Strand von Zingst.

 

 

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