Skikurs mit Kleinkind: Experiment – teilweise – geglückt (2) ← 29. März 2012

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Auf geht's!

Wir wagten ein Experiment: Drei kleine Kinder (3 und 4,5 Jahre) sollten Skifahren lernen. Dazu machten wir uns auf nach Trysil, dem Familienwintersportort in Norwegen. Uns fehlt zwar ein wenig der Vergleich. Doch können wir uns keinen perfekteren Ort für Familien vorstellen. Trysil selbst ist ein kleiner Ort kurz vor der schwedischen Grenze. Auf den Hängen des Trysilfjells allerdings stehen mehr als 1000 Hütten, wie die Skandinavier ihre häufig sehr komfortablen und zudem großen Häuser nennen. Wir bewohnten ein Zweifamilienhaus mit Kamin, Sauna und perfekt ausgestatteter Küche, von dessen Terrasse aus sich ein grandioser Blick über Ort und Skianlagen eröffnete.

Skischule wird in Trysil für alle Altersgruppen ab drei Jahren und für jeden Kenntnisstand angeboten. Es gibt sowohl Gruppenunterricht (5 Tage, je 1,5 Stunden: 1045 Kronen (ca. 140 Euro)) als auch Privatlektionen (1 Stunde: 645 Kronen (ca. 86 Euro)). Eine perfekte Ergänzung wäre ein spezieller Kurs für Eltern wie uns, die selbst nicht Alpinski fahren, damit man zumindest die Grundlagen der Abfahrt, die gemeinsame Benutzung des Tellerliftes mit Kind sowie ein paar Übungstricks erlernen könnte.

Im Kinderski-Zirkus.

Wir hatten uns für Privatlektionen entschieden und alle drei Mädchen zusammen unterrichten lassen. Die bessere Variante wäre wohl gewesen, die Kinder in ihren jeweiligen Altersstufen in den Gruppenunterricht zu geben. Das damit möglicherweise verbundene Sprachproblem umgingen wir mit der gut deutsch sprechenden Skilehrerin – die übrigens wie 90 Prozent der im Service Beschäftigten aus Schweden stammte.

Für das größere der drei Mädchen war nach der ersten Lektion klar: Skifahren ist toll. Wir buchten zwei weitere Unterrichtseinheiten bei der netten Skilehrerin und staunten täglich über die enormen Fortschritte. Am vierten Tag bestand unser Naturtalent darauf, Stöcke zu bekommen und wagte sich zusammen mit ihrem ebenfalls täglich sicher werdenden Vater auf Tellerlift und grüne Piste. Der Kinderhügel war ihr schlicht zu langweilig geworden – und ihre Mutter stellte erstaunt fest, dass es plötzlich etwas gibt, das ihre Tochter besser kann als sie.

Mit dem Zauberteppich ging's bequem den Hügel hinauf.

Die beiden Dreijährigen gingen noch einmal unterschiedlich mit dem neuen Fortbewegungsmittel um. Während die Eine darauf bestand, täglich ein wenig mit den Skiern herumzurutschen – die größte Attraktion dabei waren die Zauberteppiche, mit denen man problemlos den Minihügel hinaufkommt – brachten wir die Skier der Anderen schon am zweiten Tag zurück. Rodeln gefiel ihr besser. Zudem vergnügte sie sich stundenlang mit dem Karussell aus Tellerliften, an denen die Zwerge das Benutzen der echten Anlage üben können.

Wir erkundeten im Laufe des einwöchigen Aufenthaltes alle drei Kinderanlagen, vergnügten uns mit den Smotte genannten Fantasiefiguren beim Kinder-Apres-Ski mit Schneescouterfahrt, gegrillten Würstchen und Theaterstück (kostenlos) und genossen die einzigartige Kombination aus wärmender Sonne und dickem Schnee.

Smotte-Figur am Treffpunkt für die Kinderaktivitäten.

Die Nachmittage waren frei für Vergnügungen ohne Ski, etwa eine Pferdeschlittenfahrt und Wellnessbehandlungen (es gibt zwei neue und sehr komfortable Radisson-Hotels mit Wellness, Ski-In/Ski-Out und guten Restaurants).

Zur Entschleunigung entscheidend beigetragen hat zudem die zwar lange, aber völlig stressfreie An- und Abreise via Fähre: kurze Anfahrt nach Kiel, Überfahrt mit dem Schiff, das genug Abwechslung und bequeme Betten für alle bietet, und am nächsten Tag eine knapp dreistündige Fahrt von Oslo nach Trysil. Keine Staus, kein Kindergenerve und keine gestressten Eltern. Im nächsten Jahr wiederholen wir das! Dann sind die jetzt Dreijährigen im genau richtigen Alter – und das Baby kommt in den Pulk, damit Mama endlich wieder Langlauf machen kann.

Blick über Trysil.

Infos:

  • Skigebiet Trysil: 66 Pisten (schwarz, rot, blau, grün), z.T. beleuchtet, 31 Lifte, Snowpark, Loipen, längste Abfahrt: 5,4 km, Early-Morning-Ski ab 7 Uhr
  • Anreise: z.B. mit der Colorline-Fähre ab Kiel, 3-Sterne-Innenkabine, 2 Personen, Pkw, einfache Fahrt: ab 129 Euro, jede weitere Person (bis max. 5): 30 Euro
  • Unterkunft: Zweifamilienhaus, 7 Nächte, inkl. Wasser, Strom und Endreinigung: 12.895 Kronen (ca. 1700 Euro)
  • Skischule: Gruppenunterricht: 5 Tage, je 1,5 Stunden: 1045 Kronen (ca. 140 Euro); Privatunterricht: 1 Stunde: 645 Kronen (ca. 86 Euro)
  • Ausrüstung: komplett (Ski, Stiefel, Helm, Stöcke): 1150 Kronen (ca. 150 Euro) für Erwachsene; 550 Kronen (ca. 70 Euro) für Kinder

Maya zog uns in einem historischen Holzschlitten, der schon während der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Lillehammer zu Ehren kam.

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