Norwegen: Kleine Beerenkunde für den Nationalpark Femundsparka ← 21. September 2011

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Kleine Beerenkunde für Norwegenreisende: So unterscheiden Sie Moltebeeren, Schwarze Krähenbeere, Preiselbeeren und Moorbeeren

Bevor man eine Wanderung durch den Nationalpark Femundsmarka in der Provinz Hedmark (siehe „Die Reiseratte in Norwegen (1)) startet, lohnt es sich in die norwegische Beerenkunde einzuarbeiten. Menschen neigen ja dazu beim Wandern die Naturfrüchte nicht nur zu bewundern, sondern die alles entscheidende Frage zu stellen: „Kann man die essen?“

Starten wir bei der seltensten Beere, der Moltebeere. Ich habe sie nun bei meiner vierten Norwegenreise zum ersten Mal in freier Natur gefunden. Sie gilt als Königin der Beeren und wächst nur in kühlen Regionen wie Skandinavien, Russland, Polen, Tschechien. Bestände in Norddeutschland sind streng geschützt. Sie ist essbar und gilt aufgrund ihres Vitamin-C-Gehalts als sehr gesund. In Norwegen gibt es alle Nas lang Moltebeer-Marmelade zu kaufen – zu norwegischen Preisen, versteht sich.

Eine Moltebeere: Sie gilt als Königin der Beeren und wächst nur in kühlen Regionen wie Norwegen, Island, Russland und Tschechien

Ganz ehrlich: Frisch schmecken ein paar Moltebeeren immer gut, es ist ein besonderes Naturerlebnis, da selbst gefunden. Und: Moltebeeren kann man mit nichts anderem (Giftigem) verwechseln. In Marmeladenform brauche ich Moltebeeren aber persönlich nicht.

Jetzt kommen wir wohl zu der bekanntesten Vertreterin deutscher Beerenkultur: Die Heidelbeere. Kennt jeder, hat jeder schon gesammelt und gegessen. Braucht man nix dazu sagen.

Heidelbeere, auch Blaubeere genannt, (lat. Vacicinium myrtillus), auf norwegisch „Blabeere“ (über dem a bitte einen Kringel vorstellen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was aber ist das?

Schwarze Krähenbeere (lat. Empetrum nigrum), auf norwegisch „Krekling“

Sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Thymian und Heidelbeere. Ich habe sie nach dem Okay unseres Guides Tore probiert – und überlebt. Fazit: Schmecken gar nicht schlecht. Auch sie enthalten viel Vitamin C. Ich möchte euch aber die Erläuterungen aus Wikipedia nicht vorenthalten: „Die Lappen lassen sie (die Schwarze Krähenbeere, Anm. d. R.) in Milch einfrieren als Vorrat für den Winter, die Eskimos essen sie als Delikatesse vermischt mit breiartig zerschlagener Dorschleber, in Island bewahrt man sie in saurer Milch auf oder trinkt den Fruchtsaft und auf Grönland verzehrt man sie mit Seehundspeck vermengt. In Norwegen bereitet man Wein daraus.“ Weitere kreative Anwendungsvorschläge bitte per Email an mich.

Last but not least: Hier sind die Preiselbeeren (lat. Vaccinium vitis-idaea), auf norwegisch „Tyttebaer“, englisch „lingonberry“ (Danke für den Hinweis an Annica, „Cranberries“ sind keine Preiselbeeren, sondern nennen sich Großfrüchtige Moosbeeren). Du interessierst dich auch fürs Pilzesammeln? Dann schau hier vorbei. Du möchtest mehr über unseren Trip durch den Femundsparke in Norwegen lesen? Dann schau hier. Dich interessieren mehr die Kultur und die Städte Norwegens? Dann lese unsere Geschichte über die Erdölhauptstadt Norwegens: Stavanger. Oder bewundere die Arctic Church in Tromsö.

Preiselbeeren (lat. Vaccinium vitis-idaea), auf norwegisch "Tyttebaer"

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